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22. Juli 2010
Russland
"Nicht in unserem Namen"Gemeinsam mit anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Petersburger Dialogs kritisiert Marieluise Beck Äußerungen des Vorsitzenden des Lenkungsausschusses Lothar de Maizière.Nicht in unserem Namen Erklärung zum Interview „Petersburger Dialog: ‚Nicht nur Öl und Gas’“ von Lothar de Maiziere, Co-Vorsitzender des Lenkungsausschusses des Petersburger Dialogs Deutsche Welle vom 15. Juli 2010 (http://www.dw-world.de/dw/article/0,,5793515,00.html) In seinem Interview stellt Lothar de Maiziere einige Behauptungen auf, die uns sehr überrascht haben und die wir, die unterzeichnenden Teilnehmerinnen und Teilnehmer am diesjährigen 10. Petersburger Dialog vom 13. bis 15. Juli in Jekaterinburg, richtig stellen möchten. 1. Auf die Frage des Interviewers, ob „auch russische Menschenrechtler zum Petersburger Dialog eingeladen“ würden, antwortet Lothar de Maiziere: „Memorial ist regelmäßig eingeladen. Es ist auch immer die Menschenrechtsbeauftragte der russischen Regierung dabei (…). Nachdem Memorial jahrelang gesagt hat, sie wollten dabei sein, sind sie jetzt seit Jahren dabei, aber sie sind merkwürdig still und nicht sehr aktiv in der Arbeit“. An dieser Aussage ist nur richtig, dass Memorial seit dem 6. Petersburger Dialog 2006 in Dresden regelmäßig eingeladen wird und teilnimmt. Die Initiative dazu ging von deutschen und russischen Nichtregierungsorganisationen aus, die beklagt hatten, dass von russischer Seite bis dahin keine unabhängigen NGO’s zum Petersburger Dialog eingeladen worden waren.
Ella Pamfilowa, von Herrn de Maiziere als „Menschenrechtsbeauftragte der russischen Regierung“ tituliert, ist Vorsitzende des „Rats zur Beteiligung an der Entwicklung der Zivilgesellschaft und der Menschenrechte beim Präsidenten der Russischen Föderation“. Diesem Rat gehören zahlreiche angesehene NGO-Vertreter an, darunter auch Mitglieder des Vorstands von Memorial. Ella Pamfilowa leitet gemeinsam mit Ernst-Jörg von Studnitz die Arbeitsgruppe „Zivilgesellschaft“ des Petersburger Dialogs. Frau Pamfilowa war es, die Memorial um Mitarbeit gebeten hat, nachdem sie 2006 Arbeitsgruppenleiterin wurde. Eine Bitte, der Memorial bis heute mit großem Engagement nachkommt. Die AG Zivilgesellschaft des Petersburger Dialogs hat ihren Schwerpunkt aus guten Gründen in Fragen der Bürgerrechte und der politisch-rechtlichen Rahmenbedingungen für zivilgesellschaftliche Akteure, einschließlich der Visumspolitik. Dabei sollte es auch bleiben.
Sabine Adler, Deutschlandradio, Berlin Marieluise Beck, MdB, Bremen Peter Franck, Amnesty International Ralf Fücks, Heinrich Böll Stiftung, Berlin Hans-Henning Schröder, SWP, Berlin Harald Leibrecht, MdB, Berlin Ralf Possekel, Berlin Jens Siegert, Heinrich Böll Stiftung, Moskau Hans-Joachim Spanger, HSFK, Frankfurt/Main Klaus Wehmeier, Körber-Stiftung, Hamburg Ute Weinmann, Aktion Sühnezeichen/Friedensdienste, Moskau Eva Wiesenecker, Brot für die Welt, Stuttgart
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