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März 2012- Mit schönen Grüßen nach Kenia! Liebe Freundinnen und Freunde,
Maries jüngste Tochter Charlotte war im vergangenen Sommer mit einer studentischen NGO aus Oxford in Kenia. Dort haben Studierende und Alumnis seit zehn Jahren ein Netzwerk von dörflichen Schulen aufgebaut, die im Sommer von jeweils zwei Studenten betreut werden und bei denen ortsangepasste, maßgeschneiderte Projekte aufgebaut werden. Lotte war der St. Don Bosco Secondary School in der Region Kisii zugeordnet, zusammen mit einem jungen britischen Mediziner. Lotte hat unserem Verein ausführlich, sensibel und mit vielen Fotos von ihren Erfahrungen an der Schule erzählt. Was uns besonders nahe gegangen ist, ist die Situation der Mädchen und jungen Frauen sowie der Waisenkinder. Da wir von dem Engagement des Schulleiters so angetan sind und überzeugt sind, dass wir mit wenig Aufwand viel bewirken können, möchten wir als Verein den Kindern in einer einmaligen Aktion unter die Arme greifen und zwei Projekte unterstützen: Waisenkinder Es gibt an der Schule eine nicht unerhebliche Zahl von Waisenkindern, viele Opfer der Aidserkrankung der Eltern. Ihnen wollen wir finanziell unter die Arme greifen, damit sie weiterhin zur Schule gehen und ihren Abschluss machen können. Die Regierung übernimmt zwar prinzipiell seit 2009 für alle Kinder das Schuldgeld, davon ausgenommen sind aber eine Reihe von Nebenkosten. Dazu gehören ein warmes Mittagessen, die Gebühr für den Elternverband und die jährlich anfallenden Prüfungsgebühren. Viele Waisenkinder können diese Gebühren nicht selber aufbringen. Oft leben sie bei Verwandten - manchmal lediglich bei ihren älteren Geschwistern - und haben keinen Zugang zu öffentlichen Fördergeldern. Der Schulleiter möchte ihnen Chancen eröffnen durch die Einrichtung eines ganz bescheidenen Internats. Die Kosten für einen Platz belaufen sich für das Jahr auf 50 (! man kann es kaum glauben) Euro. Es gibt in der Oberstufe an der St. Don Bosco Secondary School sieben Vollwaisen, die wir unterstützen möchten: Simion, Faith, Felix, Mercyline, Phyres, Ruth und Judy. Huru Kits Das zweite Projekt, das uns am Herzen liegt, betrifft die Mädchen der St. Don Bosco Secondary School. Sie müssen viele Hürden überwinden, um regelmäßig am Unterricht teilnehmen zu können. In den Elternhäusern wird tätige Mithilfe im Haushalt erwartet, der sich mit Lernen nicht verträgt. Das Problem ist uns bekannt. Dass es aber den Mädchen und jungen Frauen kaum möglich ist, während der Mensis das Haus zu verlassen ohne einen geeigneten Schutz, weil für den das Geld schlicht fehlt – das ist uns weniger bekannt. Viele Schülerinnen fehlen jeden Monat fast eine Woche im Unterricht. Sie schämen sich. Die Hilfsorganisation Huru International hat für diese Schülerinnen eine ganz praktische Lösung: die sogenannten Huru Kits. Das sind Taschen, die als Schulrucksack verwendet werden können und die bestückt sind mit acht wiederverwendbaren Binden, Ersatz-Unterwäsche, Seife, sowie Informationsbroschüren zu Geschlechtskrankheiten und HIV /Aids. Diese Taschen werden von kenianischen Frauen hergestellt, die sich dadurch ihren Lebensunterhalt verdienen (wir empfehlen ein Blick auf die sehr schöne Homepage www.huruinternational.org). Wir möchten gern jede der 90 Schülerinnen der Don Bosco Secondary School mit einem solchen Rucksack ausstatten und ihnen damit die Möglichkeit geben, sich frei zu bewegen. Ein Rucksack kostet 20,- Euro. Lotte steht nach wie vor in regelmäßigem Kontakt mit dem Schulleiter Samuel Mabeya. Nicht nur der beeindruckende Erfolg der Schule in den zentralisierten Abiturprüfungen zeugt vom außerordentlichen Engagement der Schulleitung. Auch Lottes persönliche Zusammenarbeit mit Samuel Mabeya und seinem Lehrerteam haben uns davon überzeugt, dass die Verantwortlichen sich mit viel Tatendrang und Herzblut für den Erfolg ihrer Schülerinnen und Schüler einsetzen. Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Aktion mit einer einmaligen Spende unterstützen würden. Und Lotte Beck freut sich, interessierte Nachfragen persönlich zu beantworten. Herzliche Grüße Robert Bücking, Marieluise Beck, Karen Stroink Kontonummer 1186618, Sparkasse Bremen, BLZ 290 501 01, Kennwort Kenia __________________________________________________________
Sommer 2011 - Neues von Gürci Baran und ihren Kindern
seit vielen Jahren schon unterstützt unser Verein mit der Hilfe eines großen Spenderkreises Zabida Alzayn und ihre 7 Kinder. Diejenigen, die noch nicht so lang in unserem großen Verteiler sind, können in dem angehängten Infobrief aus dem Jahr 2008 nachlesen, welch schwierigen Weg sie schon hinter sich haben. Die anderen, die uns schon länger begleiten, fragen sich vermutlich, ob wir noch Kontakt zu Zabida Alzayn und ihren sieben Kindern haben und wie es der Familie geht. Tatsächlich sehen wir uns in der Regel alle paar Wochen, trinken Kaffee zusammen und besprechen, wie es weitergeht. Bei sieben Kindern, die auf den Weg gebracht werden müssen, geht der Gesprächsstoff nie aus. Als Zabida Alzayn erfuhr, dass wir wieder dabei sind, unseren Spenderkreis auf den Laufenden zu bringen, bat sie uns als erstes, Ihnen allen herzlich für Ihre bisherige Unterstützung zu danken. Für sie kommt es noch immer einem Wunder gleich, dass fremde Menschen bereit sind, ihr und ihren Kindern zu helfen. Zurzeit lebt die Familie in einem kleinen Reihenhaus in Huckelriede. Eigentlich fühlen sich alle in der Gegend wohl, allerdings hat der deutsche Vermieter Zabida Alzayn verschwiegen, dass sein Haus voller Schimmelpilz ist. Erst war es nur der Geruch, der die Mutter misstrauisch werden ließ. Inzwischen haben zwei der Mädchen sehr oft Kopfschmerzen. Das Gesundheitsamt war bereits da und hat die Befürchtungen von Zabida Alzayn bestätigt und dringend zum Auszug geraten. Falls Sie also von einer Wohnung oder einem Haus im Bremer Süden hören, in das die Familie umziehen könnte, melden Sie sich bitte bei uns. Außerdem suchen wir noch zwei oder drei „Ausbildungspaten“ für die drei ältesten Kinder. Yusuf (19) hat den Realschulabschluss erworben, Meriam (17) ist dabei, den erweiterten Hauptschulabschluss zu machen und Mona wird ebenfalls einen Hauptschulabschluss machen. Alle drei bräuchten dringend jemanden, der oder die sie an die Hand nimmt, sie berät, wie man Bewerbungen schreibt, ihnen erklärt, wie man sich vorstellt, auftritt, mit Absagen umgeht oder neue Ideen entwickelt. Das eben, was sonst Väter und Mütter machen, die sich auf dem Arbeitsmarkt auskennen und die sich in Wort und Schrift ausdrücken können. Zabida Alzayn ist damit überfordert. Ihr geht es psychisch inzwischen deutlich besser, da sie in Behandlung ist und weiter regelmäßig eine Frauengruppe bei Refugio aufsucht. Ihre Kinder Hamdin, Amira und Mona besuchen die Wilhelm-Kaisen-Schule, Jakob geht in Obervieland zur Schule und Ayub, der Jüngste, geht jetzt in die zweite Klasse. Die beiden Mädchen Mona und Meriam suchen nach kleinen Jobs im Haushalt, um sich Taschengeld dazuzuverdienen. Auch Zabida würde gern etwas dazuverdienen, indem sie zum Beispiel einer älteren Frau im Haushalt hilft oder für sie Einkäufe erledigt. Zabida ist absolut zuverlässig und eine freundliche Frau, insofern können wir sie aufrichtig empfehlen. Und noch eine letzte Frage: Gibt es jemandem in dem großen Kreis, der diesen Brief erhält, der oder die ein Etagenbett für die Kinder über hat oder einen Kleiderschrank? Falls Sie Hilfe im Haushalt benötigen, oder Lust haben, eine Art Ausbildungspatenschaft zu übernehmen oder ein Etagenbett oder einen Schrank erübrigen können, würden wir uns freuen, wenn Sie sich bei Karen Stroink unter der Telefonnummer 3011 200 melden. Herzlichen Dank für Ihre tolle bisherige Hilfe und das Interesse, Marieluise Beck, Rose Gerdts-Schiffler, Karen Stroink ____________________________________________________
Bremen, im Oktober 2008 Sehr geehrte Damen und Herren, ziemlich genau vor 5 Jahren berichtete uns Rose Gerdts-Schiffler von dem Schicksal der Familie Alzayn aus Bremen/Soest. Marieluise Beck wurde umgehend aktiv und seither begleiten wir die Mutter Zabida und ihre sieben Kinder durch ‚Dick und Dünn’. Zur Erinnerung: Am 12. Juni 2003 wurde die damals 25-jähige Kurdin Zabida Alzayn aus Soest in einer Nacht-und-Nebel-Aktion mit ihren sieben Kindern in die Türkei abgeschoben. Ihr Mann und Vater der Kinder musste in Soest bleiben – ihn konnten die Behörden nicht abschieben. Denn: Als Mahmoud Alzayn den Militärdienst in der Türkei verweigerte, wurde er zwangsausgebürgert. Frau Alzayn sollte nach dem Willen der deutschen Behörden nach Ückavak zurückkehren, einem kleinen Dorf im hintersten Anatolien, nahe der syrischen Grenze. Aus Ückavak soll die junge Frau nach Angaben der Soester Behörden angeblich stammen, doch sie kannte dort niemanden. Sechs Monate lang lebte sie in dem Dorf mit einer alten Frau und ihren Kindern in einem kleinen Raum über dem Stall. Die Lebensbedingungen waren katastrophal. Es gab keinerlei medizinische Versorgung, die Kinder mussten betteln. Keiner von ihnen ging zur Schule. Dank einem großen Spenderkreis konnten wir Zabida Alzayn helfen, nach Antalya zu ziehen. Wir fanden über Kontakte eines Mitarbeiters von Marieluise Beck Mehmet Kilicgedik, einen Sozialarbeiter, der sich bereit erklärte, dort eine Wohnung für die Familie zu suchen. Zabida und ihre Kinder zogen im Januar 2004 in einen bäuerlichen Vorort von Antalya. Im Vergleich zu Ückavak hatten sich ihre äußeren Lebensbedingungen stark verbessert. Zudem kümmerten sich Mehmet Kilicgedik und seine Frau rührend um die abgeschobene Familie. Marieluise Beck sowie die damalige Bundesfamilienministerin Renate Schmidt versuchten mehrfach persönlich und politisch eine Rückkehr der Frau und ihrer Kinder durchzusetzen. Vergeblich. Zugleich spitzte sich die Lage zu. Mahmoud Alzayn, inzwischen schwer depressiv, wurde für mehrere Monate in die Psychiatrie in Soest eingewiesen und Mehmet Kilicgedik alarmierte uns, dass Zabida Alzayn stark suizidgefährdet sei. Um den unerträglichen und aussichtslosen Lebensverhältnissen zu entkommen, floh die Familie im Dezember 2004 auf eigene Faust zu Zabidas Geschwistern und Eltern nach Bremen. Hier lebte die achtköpfige Familie bis März letzten Jahres auf äußerst beengtem Raum im Flüchtlingsheim. Die Mutter schlief zusammen mit ihren Kindern im Alter von 4 bis 15 Jahren in einem Raum. Der zweite Raum diente ihnen als Wohnraum und Küche. So war eine gesunde Entwicklung der Kinder kaum möglich. Das Asylverfahren, das der Rechtsanwalt Albert Timmer für die Familie führte, ging mit einem unerfreulichen Urteil zu Ende. Herr Timmer hatte versucht, ein Bleiberecht für die Mutter einzuklagen. Dies hatte er damit begründet, dass Zabida nach ihrer Abschiebung nach Ückavak in Ostanatolien von einem Dorfbewohner sexuell missbraucht worden war und seitdem unter einem schweren Trauma leidet. Herr Timmer ist der festen Überzeugung, dass eine Rückkehr in die Türkei die körperliche und seelische Gesundheit Zabidas in dramatischer Weise gefährden würde. Der zuständige Richter hat diese Gefahr für Leib und Leben aber nicht anerkannt und sich auch darüber hinweggesetzt, dass Zabida mit ihrem in Soest lebenden Ehemann gebrochen hat. Der Richter vertritt die Position, dass Zabida als mittellose Mutter von sieben Kindern in der Türkei adäquat psychologisch behandelt werden könne. Rechtsanwalt Timmer hat inzwischen einen Berufungsantrag gestellt. Umso glücklicher sind wir darüber, dass die Familie Alzayn nach intensiver und fast aussichtsloser Suche endlich letztes Jahr in eine eigene Wohnung in Kattenturm ziehen konnte. Nach vielen Telefonaten mit der Vermieterin und dem zuständigen Mitarbeiter im Sozialamt hatte sich das Sozialamt bereit erklärt, die Kosten für die Miete und eine Pauschale für die sehr knapp bemessenen Nebenkosten zu übernehmen. Der Verein Brücke der Hoffnung übernimmt seither die Differenz zu den tatsächlichen Nebenkosten sowie weitere finanzielle Risiken im Zusammenhang mit der Wohnung für zwei Jahre. Ansonsten hätte das Sozialamt nicht zugestimmt. Der Vater lebt noch immer in Soest, hat keine Arbeitserlaubnis. Er besucht zwar unregelmäßig seine Kinder in Bremen, sorgt aber laut Aussage der Mutter für Unruhe. Die Mutter ist bei den väterlichen Besuchen nicht anwesend. Sie hat mit ihm gebrochen. Trotz der Unsicherheit, in der die Familie noch immer lebt – der Mietvertrag ist bis März 2009 befristet, der Aufenthaltstitel nach wie vor ungesichert - haben sich die Kinder in-zwischen emotional stabilisiert. Ayub, der Jüngste, ist im Som-mer eingeschult worden, seine Geschwister gehen seit ihrer Rückkehr nach Deutschland und mit fast zweijähriger Unterbrechung wieder zur Schule. Zabida nimmt an allen Elternabenden und -sprechtagen teil. Die Kinder haben im Heim und in der Schule Freundschaften geknüpft, nehmen regelmäßig an Freizeitangeboten teil und waren im vergangenen Sommer mit ihren Klassen in Schullandheimen. Yussuf, der Älteste, ein ehrgeiziger und guter Schüler, hat allen Grund stolz zu sein: Er hat im Sommer seinen erweiterten Realschulabschluss gemacht und hat sich – mit Unterstützung seines ‚Paten’ Roland Schiffler - bei einem Bremerhavener Projekt für eine Ausbildung als Betriebselektriker mit Schwerpunkt Windkrafttechnologie beworben. Zabida Alzayn und ihre Kinder sind weiterhin auf unsere Hilfe angewiesen. Von den Spenden werden Wohnnebenkosten, Anwaltskosten und Sportverein finanziert. Zu erwarten sind außerdem Auslagen für psychosoziale Betreuung, ggfs. logopädische Behandlung für Amira, Schulausstattung sowie ein Rechtschreibkurs für die Kinder. Um diese Kosten tragen zu können, benötigen wir nach wie vor dringend Unterstützerinnen und Unterstützer. Die Spenden werden von der Hilfsorganisation ‚Brücke der Hoffnung’ verwaltet: Kontonummer 1186618, Sparkasse Bremen, BLZ 290 501 01, Kennwort Familie Alzayn. Ihnen und Euch allen ein herzliches Dankeschön für das Interesse, das sagen Marieluise Beck, Rose Gerdts-Schiffler, Karen Stroink.
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